Erstes Jugendforum der Partnerschaft für Demokratie

Austausch über Menschenfeindlichkeit und neuen Jugendfonds 

Der Umgang mit menschenfeindlichen Einstellungen und die Förderung von Projekten für Vielfalt, Toleranz und Demokratie standen im Mittelpunkt des Jugendforums. Es war das erste Treffen von Jugendlichen ab 14 Jahren als Teil der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen. Ziel des Jugendforums ist die Stärkung der Beteiligung von Jugendlichen in der Partnerschaft. Gegenstand des ersten Treffens waren die inhaltliche und argumentative Auseinandersetzung mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und der neue Jugendfonds in der Partnerschaft.

Besenstielspiel
Das Besenstielspiel als Einstieg…

Bereits in der Jugenddemokratiekonferenz am 14.04.2016 haben sich Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren aus den Gemeinden des Landkreiseses über Themen der Partnerschaft für Demokratie ausgetauscht. Dieser Austausch wurde nun beim ersten Treffen des Jugendforums am 15.06.2016 mit 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vertieft. Gemeinsam mit der Aufsuchenden Jugendarbeit des Landkreises erarbeiteten sich die Jugendlichen das Konzept der „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ und diskutierten verschiedene Formen der Abwertung sozialer Gruppen im Landkreis, um Gegenstrategien und Projekte entwickeln zu können.

Ideologien der Ungleichwertigkeit II
Sonja und Carsten erarbeiten mit den Jugendlichen verschiedene Ideologien der Ungleichwertigkeit

Beim Treffen ging es zudem um den neuen Jugendfonds der Partnerschaft für Demokratie, mit dem solche Projekte gefördert werden können. Er umfasst in diesem Jahr 6000 Euro und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Welche Einzelprojekte unterstützt werden entscheidet das Jugendforum selbst. Hierfür haben die Jugendlichen Ideen gesammelt. Erwünscht sind unter anderem Projekte, die eine Begegnung mit Geflüchteten fördern, positive Beispiele für ein tolerantes Miteinander schaffen, über Fluchtgründe informieren und über Formen von Rechtsextremismus aufklären. Darüber hinaus hat das Jugendforum beschlossen, insbesondere Projekte mit Jugendlichen, jungen Erwachsenen, Eltern und Erziehungsberechtigten sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren als Zielgruppe zu fördern.
Die Beantragung von Projekten im Jugendfonds ist ab sofort bis zum 10.08.2016 möglich. Der Antrag und alle weiteren Informationen sind auf der Webseite der Partnerschaft für Demokratie abrufbar unter www.pfd-goettingen.de/Jugendfonds.

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(Pressemeldung des Landkreis Göttingen vom 16. Juni 2016: http://www.landkreisgoettingen.de/pics/medien/1_1466141337/2016_06_16_PM_Jugendforum.pdf; Bilder: Koordinierungs- und Fachstelle)

Dransfeld macht Mut

Am 11. Juni demonstrierten in Dransfeld gut 400 Bürgerinnen und Bürger friedlich gegen einen Aufmarsch des rechtsextremen Freundeskreises Thüringen-Niedersachsen. Damit waren die Demokraten deutlich in der Mehrheit.

Die Kundgebung begann mit einem gemeinsamen Friedensgebet und einer symbolischen Menschenkette gegen Hass und Menschenfeindlichkeit.

Partnerschaft für Demokratie fördert neue Projekt

Begleitausschusses vom 08. Juni 2016

Göttingen. Auf seiner Sitzung am 8. Juni 2016 hat der Begleitausschuss der Partnerschaft für Demokratie die Förderung von vier weiteren Projekten beschlossen, die sich für ein tolerantes Miteinander einsetzen.

Die höchste Förderung erhält das Projekt der evangelisch-reformierten Gemeinde Sattenhausen, die das israelisch-libanesisch-deutsche Jazzprojekt Massaa einladen will. Der Auftritt von Massaa ist für den 14. August 2016 geplant, im Rahmen des neuen Jazzfestivals „JAZZohneGleichen“ auf Schloss Rittmarshausen. Zusammen mit mehreren Partnern wie der Jüdischen Kultusgemeinde Göttingen und dem Tourismus-Förderverein „Hurkut“ e.V. Gleichen wollen die Antragssteller damit ein Zeichen für Völkerverständigung und interreligiösen Dialog setzen.

Ebenfalls unterstützt werden ein interkultureller Kunst- und Sprachworkshop des Kultur- und Naturfördervereins Hemeln sowie zwei weitere Exkursionen der Geschichtswerksstatt Duderstadt zu historischen Stätten von Zwangsarbeit während des zweiten Weltkrieges. Die Exkursionen hatten zum ersten Mal bereits zwischen April und Mai 2016 stattgefunden und sollen wegen des großen Erfolgs wiederholt werden.

Bühnenbildner Steffen Mutschler stellt das VNB-Projekt "Bühnenbilder meines Lebens" vor
Bühnenbildner Steffen Mutschler stellt das VNB-Projekt „Bühnenbilder meines Lebens“ vor

Im Verlauf der Sitzung informierten sich die Ausschussmitglieder auch über zwei bereits erfolgreich abgeschlossene Projekte: der theaterpädagogische Workshop „Bühnenbilder meines Lebens“, der durch den VNB Göttingen an der IGS Bovenden durchgeführt wurde und die Ausbildung von zehn Zivilcourage-Trainerinnen und Trainern durch den Präventionsdienst „Suchtfrei…“ e.V. aus Rosdorf.

Sorgen bereitet dem Begleitausschuss die zunehmende Verbreitung von fremden- und islamfeindlichen Vorurteilen, die ihnen teilweise in der eigenen pädagogischen Arbeit begegneten. Daher werde sich die Partnerschaft in Zukunft noch stärker um Zusammenarbeit mit Schulen und pädagogischen Einrichtungen bemühen.

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