Archiv der Kategorie: Veranstaltungen

Veranstaltungsberichte von eigenen Veranstaltungen und Kooperationspartnern

Demokratiekonferenz 2018


Extrem ländlich – Umgang mit rechter Mobilisierung im ländlichen Raum

Die Partnerschaften für Demokratie im Landkreis Göttingen laden zur diesjährigen Demokratiekonferenz ein:

Wann? 16. Oktober 2018 von 15:30 bis 19:00 Uhr
Wo? Historisches Rathaus in Duderstadt, Marktstraße 66, 37115 Duderstadt

Ländliche Gebiete sind häufig von der Gefahr betroffen zu Kristallisationspunkten der rechtsextremen Szene zu werden. Begünstigt durch unterschiedlichste Faktoren bieten sich dort gute Voraussetzungen für rechte Agitationen und die Mobilisierung für rechtsextreme und völkische Ideologien. Ländliche Räume werden so zum Experimentierfeld für die politischen Strategien der extremen Rechten, deren erklärtes Ziel es ist, sich in den Kommunen niederzulassen und dort (Frei-)Räume zu ergreifen.

Welche Strategien verfolgt die extreme Rechte dabei im ländlichen Raum? Wie stellt sich die Lage im Landkreis Göttingen und in der Region Südniedersachsen dar? Was sind geeignete Instrumente und Mittel von Politik, Zivilgesellschaft und Verwaltung, um darauf zu reagieren? Wie kann eine demokratische Kultur und zivilgesellschaftliches Engagement gefördert und eine Kultur der Toleranz und des Miteinanders erreicht werden? Diese Fragen begleiten uns auf der diesjährigen Demokratiekonferenz.

Weitere Information zu Inhalt und Ablauf finden Sie hier.

Wir bitten um Anmeldung bis zum 05. Oktober 2018 über unsere Internetseite: demokratiekonferenz2018.pfd-goettingen.de

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Jonas Huwald – Federführendes Amt (Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen)
Mail: huwald@landkreisgoettingen.de
Telefon: 0551-525-9164

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und den gemeinsamen Austausch.
Ihre Partnerschaften für Demokratie im Landkreis Göttingen

 

Ausschlussklausel
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Demokratie kann man lernen!

Dritte Demokratiekonferenz im Landkreis Göttingen

Unter der Überschrift „Demokratie lernen?!“ haben sich Vertreterinnen und Vertreter von Schulen, Verwaltung, aus der Jugendarbeit und der Zivilgesellschaft getroffen und über die Vermittlung demokratischer Werte diskutiert. Es war die 3. Demokratiekonferenz im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie für den Bereich des Altkreises Göttingen. Sie fand am vergangenen Freitag, 07.12.2017, in den Räumen der Volkshochschule in Göttingen statt.

Kreisrat Marcel Riethig begrüßte die rund 70 Anwesenden im Namen des Landkreises: „Schule, Jugendarbeit und pädagogische Einrichtungen tragen dazu bei, die Werte und Fähigkeiten zu vermitteln, die wir für ein demokratisches Miteinander brauchen. Demokratie darf sich dabei nicht in Formalien erschöpfen. Der friedliche Umgang miteinander im Alltag ist Fundament einer funktionierenden Demokratie. Das Erlernen dieses friedlichen Miteinanders zu ermöglichen, ist eine dauerhafte, nie endende Aufgabe unserer Gesellschaft.“ Kreisverwaltung und Kreistag hätten bereits 2015 eine Stelle zur Förderung von Vielfalt, Demokratie und Toleranz geschaffen, um ein tolerantes Zusammenleben zu fördern. Die Vermittlung und Förderung demokratischer Werte bleibe auch für die kommenden Jahre eine der Prioritäten des Landkreises.

„Demokratie darf sich nicht in Formalien erschöpfen“: Kreisrat Marcel Riethig begrüßt die Teilnehmenden der 3. Demokratiekonferenz und erklärt, das Erlernen eines friedlichen Miteinanders sei eine dauerhafte Aufgabe der Gesellschaft. (Foto: Landkreis Göttingen)

Prof. Hermann Veith vom Pädagogischen Seminar der Georg-August-Universität Göttingen stellte in seinem Inputreferat die Verantwortung der Schulen zur Demokratiebildung in den Mittelpunkt. Im Unterschied zur politischen Bildung gehe es weniger um reine Wissensvermittlung – beispielsweise über das politische System der Bundesrepublik.

„Demokratiebildung“: Prof. Hermann Veith von der Universität Göttingen stellt das pädagogische Konzept in seinem Inputreferat dar. (Foto: Landkreis Göttingen)

Vielmehr stehe die Vermittlung jener Kompetenzen und Einstellungen im Vordergrund, die für die Teilhabe an einer demokratisch verfassten Gesellschaft erforderlich sind. Hierzu müsste die demokratische Teilhabe der Schülerinnen und Schüler bereits in den Schulalltag integriert werden – ohne den Unterschied in Rolle und Verantwortlichkeit zwischen Lehrkräften und Schüler_innen auszublenden.

In der anschließenden Workshop-Phase konnten sich die Teilnehmenden zu verschiedenen Aspekten der Demokratiepädagogik informieren und ins Gespräch kommen. Für das Niedersächsische Kultusministerium stellte Dr. Jochen Walter eine aktuelle Handreichung zum Umgang mit möglichen salafistischen Radikalisierungsprozessen in Schulen vor. Aus der Landeszentrale für Politische Bildung berichtete Daniela Kallinich über den Einsatz neuer Medien in der politischen Bildung. Bernd Lüdke von der Deutschen Angestelltenakademie stellte mit Betzavta ein aus Israel stammendes Programm der Demokratie- und Menschenrechtserziehung vor.

Demokratieerziehung: Bernd Lüdke von der Deutschen Angestelltenakademie präsentiert Betzavta, ein aus Israel stammendes Programm zur Demokratie- und Menschenrechtserziehung. (Foto: Landkreis Göttingen)

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 3. Demokratiekonferenz zogen nach der Veranstaltung eine durchweg positive Bilanz. Sie lobten die Fachbeiträge und die Möglichkeit zum Austausch. Einhellig wurde eine Fortsetzung der Reihe der Demokratiekonferenzen vorgeschlagen, um den Akteuren der Jugendarbeit weiter eine Möglichkeit für Kontakte und Erfahrungsaustausch zu geben. Inhaltlich soll u. a. das Thema Erwachsenenbildung aufgegriffen werden.

Hintergrund:

Die Demokratiekonferenz ist eine jährlich stattfindende Veranstaltung der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Sie soll einerseits gezielte thematische Impulse in Verwaltung und Zivilgesellschaft geben und andererseits relevante Akteure auf dem Feld der Demokratieförderung miteinander in Kontakt bringen. Im vergangenen Jahr 2016 fand die Demokratiekonferenz unter dem Titel „Wie hältst du’s mit der Religion?“ zum Thema Islamfeindlichkeit und Islamismus im Geschwister-Scholl-Haus in Hann. Münden statt.

Die Partnerschaft für Demokratie (PfD) im Landkreis Göttingen ist eine von bundesweit 233 „Partnerschaften für Demokratie“ im Bundesprogramm „Demokratie leben! – Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“. Sie wird finanziert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Die Koordinierungs- und Fachstelle in Trägerschaft der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG (BIGS) koordiniert die Partnerschaft gemeinsam mit der Stelle zur Förderung von Vielfalt, Demokratie und Toleranz des Landkreises Göttingen.

Eine wesentliche Aufgabe der Partnerschaft ist die Förderung demokratischen Engagements durch Unterstützung von Projekten aus einem „Aktions- und Initiativfonds“. Hierfür stehen im kommenden Jahr 2018 voraussichtlich 48.000 Euro zur Verfügung – rund doppelt so viel wie im Jahr 2017.

Informationen und Kontakt für Interessierte:

Ansprechpartner in der Kreisverwaltung Jonas Huwald, Telefon 0551 525-9164, E-Mail huwald@landkreisgoettingen.de

Externe Koordinierungs- und Fachstelle Mathis Weselmann, E-Mail m.weselmann@pfd-goettingen.de

Informationen zum Bundesprogramm Demokratie leben!: www.demokratie-leben.de

Demokratiekonferenz 2017 – Demokratie lernen?!

Demokratische Wertevermittlung in Unterricht und Jugendarbeit

Keiner von uns wurde als Demokrat oder als Demokratin geboren. Demokratische Einstellungen, Werte und Verhaltensweisen werden erlernt und eingeübt. Damit wird Demokratiebildung zu einem Thema für Bildungs- und Erziehungseinrichtungen. Aber was wird hier eigentlich wie vermittelt? Welche Instrumente zur Vermittlung sind geeignet? Und wie kann Störungen der demokratischen Kultur begegnet werden?

Die Demokratiekonferenz 2017 im Landkreis Göttingen möchte diese Themen anreißen und eine weitere Debatte zur Demokratiebildung anstoßen. Sie richtet sich insbesondere an Lehrerinnen und Lehrer und pädagogische Fachkräfte der Jugendarbeit sowie an die interessierte Öffentlichkeit. Wir wollen miteinander in den Austausch zu diesem Thema zu kommen, den Grundstein für zukünftige Kooperationen legen und einige konkrete Themenimpulse setzen.

Um Anmeldung (mit Angabe des gewünschten Workshops) wird bis zum 30. November 2017 gebeten! Unter m.weselmann@pfd-goettingen.de oder in unten stehendem Kontaktformular

Die Teilnahme ist kostenlos.

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