Die stabilisierte Mitte Rechtsextreme Einstellung in Deutschland 2014

„Mitte-Studie“ 2014: stärkeres Engagement gegen Rassismus nötig

Ausschnitt aus dem Titel der Studie

Die Amadeu Antonio Stiftung fordert ein stärkeres Engagement gegen Rassismus, Antiziganismus und für den Schutz von Flüchtlingen. Anlass sind die Ergebnisse der „Mitte-Studie“ 2014.

Zur Veröffentlichung der Studie „Die stabilisierte Mitte. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2014“ von Elmar Brähler und Oliver Decker an der Universität Leipzig erklärt Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Amadeu Antonio Stiftung:

Politischer Konsens gegen Rechtsextremismus ist erfolgreich

„Die Ergebnisse der Leipziger Untersuchung „Die stabilisierte Mitte. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2014″ von Brähler/Decker sind erfreulich, weil sich die Zahl der manifest rechtsextrem Eingestellten in ganz Deutschland mit 5,6% fast halbiert hat. Dies macht deutlich, wie erfolgreich ein politischer Konsens gegen Rechtsextremismus und die dauerhafte Präventionsarbeit dagegen ist.“

Allgemeine Appelle für Toleranz und Weltoffenheit reichen nicht aus

„Allerdings machen die Ergebnisse der Einstellungsuntersuchung auch deutlich, wie stark sich rechtsextremes Gedankengut durch politische Stimmungsmache im Vorfeld des Europawahlkampfes entwickelt und ausdifferenziert hat. Es zeigt sich schon seit einiger Zeit, dass allgemeine Appelle für Toleranz und Weltoffenheit nicht mehr greifen: Sie sind zu unspezifisch gegenüber den verschiedenen Ausprägungen des aktuellen Rechtsextremismus. Noch immer sind 20% der Deutschen rassistisch und 5% antisemitisch eingestellt. Das dürfen wir nicht hinnehmen.“

Stärkeres Engagement gegen Rassismus und für den Schutz von Flüchtlingen

„Im besorgniserregenden Maße gestiegen sind die Vorurteile gegenüber Sinti & Roma, Muslimen und Flüchtlingen. Die Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus muss diese stärker bearbeiten. Dies gilt vor allem hinsichtlich der Weiterentwicklung der Bundesprogramme gegen Rechtsextremismus unter Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig.“

Deutlichere Positionierung für Vielfalt und Einwanderung in Ostdeutschland

„Wiederholt weisen Brähler/Decker auch auf die besonders große Verbreitung von Rassismus und Chauvinismus in Ostdeutschland hin. Hier ist insbesondere auch die Politik gefragt, sich aktiv mit einem Bekenntnis zu gesellschaftlicher Vielfalt, Offenheit für Einwanderer und einer deutlichen Positionierung gegen Rassismus zu engagieren.“

Zum Hintergrund:
Heute hat die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Elmar Brähler und PD Dr. Oliver Decker an der Universität Leipzig die Studie „Die stabilisierte Mitte“ vorgestellt. Seit 2002 untersucht die Arbeitsgruppe rechtsextreme Einstellung in Deutschland im Zwei-Jahres-Rhythmus anhand repräsentativer Erhebungen.
Studie zum Download (PDF-Dokument)

– www.amadeu-antonio-stiftung.de