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Demokratie kann man lernen!

Dritte Demokratiekonferenz im Landkreis Göttingen

Unter der Überschrift „Demokratie lernen?!“ haben sich Vertreterinnen und Vertreter von Schulen, Verwaltung, aus der Jugendarbeit und der Zivilgesellschaft getroffen und über die Vermittlung demokratischer Werte diskutiert. Es war die 3. Demokratiekonferenz im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie für den Bereich des Altkreises Göttingen. Sie fand am vergangenen Freitag, 07.12.2017, in den Räumen der Volkshochschule in Göttingen statt.

Kreisrat Marcel Riethig begrüßte die rund 70 Anwesenden im Namen des Landkreises: „Schule, Jugendarbeit und pädagogische Einrichtungen tragen dazu bei, die Werte und Fähigkeiten zu vermitteln, die wir für ein demokratisches Miteinander brauchen. Demokratie darf sich dabei nicht in Formalien erschöpfen. Der friedliche Umgang miteinander im Alltag ist Fundament einer funktionierenden Demokratie. Das Erlernen dieses friedlichen Miteinanders zu ermöglichen, ist eine dauerhafte, nie endende Aufgabe unserer Gesellschaft.“ Kreisverwaltung und Kreistag hätten bereits 2015 eine Stelle zur Förderung von Vielfalt, Demokratie und Toleranz geschaffen, um ein tolerantes Zusammenleben zu fördern. Die Vermittlung und Förderung demokratischer Werte bleibe auch für die kommenden Jahre eine der Prioritäten des Landkreises.

„Demokratie darf sich nicht in Formalien erschöpfen“: Kreisrat Marcel Riethig begrüßt die Teilnehmenden der 3. Demokratiekonferenz und erklärt, das Erlernen eines friedlichen Miteinanders sei eine dauerhafte Aufgabe der Gesellschaft. (Foto: Landkreis Göttingen)

Prof. Hermann Veith vom Pädagogischen Seminar der Georg-August-Universität Göttingen stellte in seinem Inputreferat die Verantwortung der Schulen zur Demokratiebildung in den Mittelpunkt. Im Unterschied zur politischen Bildung gehe es weniger um reine Wissensvermittlung – beispielsweise über das politische System der Bundesrepublik.

„Demokratiebildung“: Prof. Hermann Veith von der Universität Göttingen stellt das pädagogische Konzept in seinem Inputreferat dar. (Foto: Landkreis Göttingen)

Vielmehr stehe die Vermittlung jener Kompetenzen und Einstellungen im Vordergrund, die für die Teilhabe an einer demokratisch verfassten Gesellschaft erforderlich sind. Hierzu müsste die demokratische Teilhabe der Schülerinnen und Schüler bereits in den Schulalltag integriert werden – ohne den Unterschied in Rolle und Verantwortlichkeit zwischen Lehrkräften und Schüler_innen auszublenden.

In der anschließenden Workshop-Phase konnten sich die Teilnehmenden zu verschiedenen Aspekten der Demokratiepädagogik informieren und ins Gespräch kommen. Für das Niedersächsische Kultusministerium stellte Dr. Jochen Walter eine aktuelle Handreichung zum Umgang mit möglichen salafistischen Radikalisierungsprozessen in Schulen vor. Aus der Landeszentrale für Politische Bildung berichtete Daniela Kallinich über den Einsatz neuer Medien in der politischen Bildung. Bernd Lüdke von der Deutschen Angestelltenakademie stellte mit Betzavta ein aus Israel stammendes Programm der Demokratie- und Menschenrechtserziehung vor.

Demokratieerziehung: Bernd Lüdke von der Deutschen Angestelltenakademie präsentiert Betzavta, ein aus Israel stammendes Programm zur Demokratie- und Menschenrechtserziehung. (Foto: Landkreis Göttingen)

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 3. Demokratiekonferenz zogen nach der Veranstaltung eine durchweg positive Bilanz. Sie lobten die Fachbeiträge und die Möglichkeit zum Austausch. Einhellig wurde eine Fortsetzung der Reihe der Demokratiekonferenzen vorgeschlagen, um den Akteuren der Jugendarbeit weiter eine Möglichkeit für Kontakte und Erfahrungsaustausch zu geben. Inhaltlich soll u. a. das Thema Erwachsenenbildung aufgegriffen werden.

Hintergrund:

Die Demokratiekonferenz ist eine jährlich stattfindende Veranstaltung der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Sie soll einerseits gezielte thematische Impulse in Verwaltung und Zivilgesellschaft geben und andererseits relevante Akteure auf dem Feld der Demokratieförderung miteinander in Kontakt bringen. Im vergangenen Jahr 2016 fand die Demokratiekonferenz unter dem Titel „Wie hältst du’s mit der Religion?“ zum Thema Islamfeindlichkeit und Islamismus im Geschwister-Scholl-Haus in Hann. Münden statt.

Die Partnerschaft für Demokratie (PfD) im Landkreis Göttingen ist eine von bundesweit 233 „Partnerschaften für Demokratie“ im Bundesprogramm „Demokratie leben! – Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“. Sie wird finanziert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Die Koordinierungs- und Fachstelle in Trägerschaft der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG (BIGS) koordiniert die Partnerschaft gemeinsam mit der Stelle zur Förderung von Vielfalt, Demokratie und Toleranz des Landkreises Göttingen.

Eine wesentliche Aufgabe der Partnerschaft ist die Förderung demokratischen Engagements durch Unterstützung von Projekten aus einem „Aktions- und Initiativfonds“. Hierfür stehen im kommenden Jahr 2018 voraussichtlich 48.000 Euro zur Verfügung – rund doppelt so viel wie im Jahr 2017.

Informationen und Kontakt für Interessierte:

Ansprechpartner in der Kreisverwaltung Jonas Huwald, Telefon 0551 525-9164, E-Mail huwald@landkreisgoettingen.de

Externe Koordinierungs- und Fachstelle Mathis Weselmann, E-Mail m.weselmann@pfd-goettingen.de

Informationen zum Bundesprogramm Demokratie leben!: www.demokratie-leben.de

Save the Date: Demokratiekonferenz 2017 – Demokratie lernen?!

Demokratische Wertevermittlung in Unterricht und Jugendarbeit

am 7. Dezember 2017, 14:00-18:00 Uhr in der Volkshochschule Göttingen

Keiner von uns wurde als Demokrat oder als Demokratin geboren. Demokratische Einstellungen, Werte und Verhaltensweisen werden erlernt und eingeübt. Damit wird Demokratiebildung zu einem Thema für Bildungs- und Erziehungseinrichtungen. Aber was wird hier eigentlich wie vermittelt? Welche Instrumente zur Vermittlung sind geeignet? Und wie kann Störungen der demokratischen Kultur begegnet werden?

Die Demokratiekonferenz 2017 im Landkreis Göttingen möchte diese Themen anreißen und eine weitere Debatte zur Demokratiebildung anstoßen. Sie richtet sich insbesondere an Lehrerinnen und Lehrer und pädagogische Fachkräfte der Jugendarbeit sowie an die interessierte Öffentlichkeit. Wir wollen miteinander in den Austausch zu diesem Thema zu kommen, den Grundstein für zukünftige Kooperationen legen und einige konkrete Themenimpulse setzen.

Die Demokratiekonferenz 2017 findet am 7. Dezember 2017 von 14:00-18:00 Uhr in der Volkshochschule Göttingen, Bahnhofallee 7, 37081 Göttingen statt. Merken Sie sich den Termin vor!

Mehr Infos dazu in Kürze auf www.pfd-goettingen.de!

Integration an der BBS1 Arnoldi-Schule

Mit deutlich mehr Andrang (ca. 900 – 1000 TN und Besucher!) als im letzten Jahr ging der zweite „Integrative Sport- und Begegnungstag“ am 20.05.2017 auf dem Sportgelände des SC Hainbergs in Göttingen zu Ende. Wie bereits im letzen Jahr luden die Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule Wirtschaft (Klasse 12) an der BBS1 Arnoldi-Schule, in Kooperation mit dem SC Hainberg, herzlich zu diesem einmaligen Event auf den Zietenterrassen ein. Die Veranstaltung wurde im Rahmen eines Schulprojektes initiiert und geplant. Ziel war es, Begegnungen und Aktionen mit geflüchteten Menschen, der Inklusionsfußballmannschaft des SC Hainbergs und allen Interessierten, Anwohnern, Vereinsmitgliedern und Freunden entstehen zu lassen.

„Wir sind sehr stolz darauf, dieses Ziel auch in diesem Jahr wieder erreicht zu haben! Vor allem sind wir dankbar, dass Herr Dr. Martin Rudolph die Schirmherrschaft für das Schulprojekt übernahm! Unterstützt wurden wir zusätzlich vom Landkreis Göttingen im Rahmen des Programms „Partnerschaft für Demokratie“. Auch möchten wir uns bei den zahlreichen regionalen Unterstützern vielmals bedanken!“

Neben sportlichen Turnieren für die Schülerinnen und Schüler der Sprachförder- und Integrationsklassen und Klassen der Fachoberschule wurden sportliche Aktivitäten zum Mitmachen, z. B. UNICEF-Spendenlauf, Inliner fahren, Fußballbillard und lustige kleine Spielgeräte, ein Flohmarkt, eine Tombola, Kinderschminken und Hüpfburgen für die kleineren Besucher angeboten. An einem umfangreichen Catering, von Kuchen bis zur Bratwurst, konnte sich zu kleinen Spenden gestärkt werden. Die Einnahmen der Veranstaltung wurden an Flüchtlingsheime in Göttingen und UNICEF gespendet.

… und außerdem Verkauf unseres selbsterstellten Kochbuches: „Kochkultur: Eine Prise Heimat“. Alle Gerichte wurden gemeinsam mit Geflüchteten gekocht, angerichtet und natürlich auch probiert.

„Wir freuen uns schon jetzt auf den ‚Integrativen Sport- und Begegnungstag‘ im Jahr 2018 und über Ihren Besuch!“

Ansprechpartner bei Rückfragen:

OStR’in Silke Reitz (Projektleiterin)
BBS1 Arnoldi-Schule Göttingen
Friedländer Weg 33 – 43
Tel. 0551 547260
E-Mail: reiz@bbs1-arnoldi.de

„Dieses Projekt ist Teil der „Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen“. Es wird gefördert durch das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! – Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“.